Anleitung zum virtuellen Kopfstand

„Die Welt steht grad auf ihrem Kopf, der Wind hat sich gedreht.“
So singen es die Toten Hosen in ihrem Hit ‚Unter den Wolken‘. Als ob sie es geahnt hätten, was auf uns zukommt.

Es wird so langsam allen bewusst, dass die Welt NACH dieser Krise, wann immer das sein wird, nicht mehr dieselbe sein KANN. 
Alle haben nun also eine Meinung zu Ansteckung, Sterberaten, Verschwörungen, Handlungsweise der Regierungen, Fehler in der Politik.

Aber was ist eigentlich mit der Bundesliga? Eishockey?

Ja, ganz recht. Was ist mit Sport, was ist mit Kneipe, Kino, Theater?
Mir ist schon klar, dass das alles im Moment nicht so wichtig ist, wie die Eindämmung der Infektion durch das SARS-CoV-2 Virus.
Aber ist es deswegen gleich unwichtig? Trivial? 

Und damit sind wir im Thema.

Bei aller Ernsthaftigkeit der momentanen Lage darf eines trotz allem nicht auf der Strecke bleiben: Das Leben. 

Es ist nicht alleine das ÜBERleben, sondern es ist die alltägliche geistige Entspannung, auf die wir achten müssen. Wir können nicht raus und Freunde treffen, es gibt keine Sportevents oder sonstige Veranstaltung mit denen wir uns ablenken können.

Dabei ist diese Ablenkung so wahnsinnig wichtig.

Was haben wir für Möglichkeiten?

Ich empfehle Euch, mit den ganz ganz einfachen Dingen anzufangen.
Wäre uns das ganze vor 100 Jahren passiert, hätten wir bezüglich der Sozialkontakte tatsächlich ein Problem gehabt. Aber heute? Wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind, haben die neuen Medien unsere soziale Interaktion doch schon längst auf den Kopf gestellt. Zu meinen besten Freunden halte ich seit Jahren den täglichen Kontakt über WhatsApp oder Facebook. Und ich gebe zu, im Alltag ist mir das oft zu stressig. Die digitalen Wege sind kurz, man ist immer erreichbar… Aber das kann jetzt eine echte Chance sein.

Mein erster Tipp ist also wie gesagt banal: WhatsApp-Gruppe mit den engsten Freunden. Facebook-Chat. Oder jede andere App, die Kommunikation vereinfacht. Ich selbst nutze sehr gerne ‚Slack‘, eine App die aus der Unternehmenskommunikation und dem Projektmanagement kommt. Hier kann man beliebig viele User einladen, Channels für einzelne Gruppe oder Themen ‚absperren‘ und Direktnachrichten schreiben. Ausserdem gibts ne App und ne vernünftige Version für den Webbrowser, in der Grundversion ist das kostenfrei und die reicht eigentlich dicke aus.

Viele von Euch werden das oder etwas vergleichbares vielleicht schon gemacht haben. 

Mein nächster Tipp bezieht sich auf den Austausch über soziale Medien mit neuen Kontaktgruppen. 
Nach vielen Jahren stillem Zuschauen habe ich vor kurzem beschlossen, auf Twitter mit anderen Nutzern aktiv zu kommunizieren. Anfangs ein seltsames Gefühl, wildfremden Menschen meine Gedanken mitzuteilen. Aber ganz ernst, daraus haben sich in kürzester Zeit sehr tolle Kontakte und Freundschaften entwickelt. Neue Freunde in der digitalen Welt, die nur soviel von mir wissen und kennen, wie ich zulasse.
Ist nicht jedermanns Sache, aber ein wenig ist Twitter nutzen für mich wie in die Kneipe gehen: Mal schauen wer da ist und über was die Leute so quatschen. Und man kann auch Bier dabei trinken.
Wer es etwas weniger ‚live‘ mag ist mit Facebook ganz gut bedient. Hier gibt es viele Möglichkeiten, sich mitzuteilen und auszutauschen, Gruppen zu gründen, Ideen zu sammeln.

Ich möchte Euch also tatsächlich raten, den ‚Zeitfresser‘ social media in der Zeit der Pandemie sinnvoll zu nutzen. Vernetzt Euch, sucht Euch Gleichgesinnte, nutzt die Such- und Filtermöglichkeiten des Internets.

Für die diejenigen unter Euch, die einen PC oder eine Spielkonsole ihr Eigen nennen: trefft Euch online mit den Kumpels. Ok, es gibt keine Bundesliga, kein Eishockey. Aber was hindert Euch daran, die Sportwettbewerbe online nachzuspielen?
Gut, nicht jeder kann sich jetzt ne PlayStation deswegen bestellen, aber nicht wenige von Euren Sprösslingen haben die Dinger eh rumstehen. Und sind sicher bereit, Euch ne Einführung zu geben. Oder Ihr macht Euch auf Ebay auf die Suche nach gebrauchten Versionen.

Und ganz banal geht auch das Filme schauen mit den Jungs oder den Mädels: so lächerlich das am Anfang ist: Videokonferenz starten (Apps dafür gibts genug) und im entsprechenden Streaming Dienst gleichzeitig den gleichen Film starten. Bier und Sekt. Und keiner fummelt einem in der Chipstüte rum.

Einige von Euch werden den Kopf schütteln. Zu was für Zeitverschwendung rät uns dieser Kerl da eigentlich?
Aber Leute… genau darum geht es mir. 
Ja, Ihr sollt was sinnvolles tun. Zeit mit den Kindern verbringen. Family-Time. Bewegung. Ein Buch in die Hand nehmen, frische Luft schnappen, Häkeln lernen. 
Aber wenn DAS alles erledigt ist, dann muss auch mal das Bier mit Freunden oder der Sekt mit den Mädels drin sein. Und wenn das im Moment nur über FaceTime, Twitter oder das PlayStation Network geht, dann MACHT DAS! TUT BITTE AUCH SINNLOSE SACHEN!

Wir haben eine derartige Krise noch nicht erlebt und es verlangt nach neuen Lösungen, neuen Netzwerken. Geht neue Wege, nehmt diese Tips wie ich das handhabe als Anfang und überlegt Euch, was für Euch passt.

Zusammen rocken wir das!

 

Euer Doc .

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