Das eigene Universum fern bedienen – Oder: „Klick!“

Eine Tüte Sonnenschein vom Doc könnte ich gerade ganz gut gebrauchen…

Denn ich habe einen großen Fehler gemacht und meine eigene Regel missachtet: ich habe wahllos und gedankenverloren im TV ein bisschen rumgezappt, wie ich es eigentlich nur tue, wenn ich erschöpft bin.
Da bin ich dann auf der Suche nach „Zerstreuung ohne Plan“. Irgendwas Nettes, das meinem Kopfkino schöne Bilder schenkt und mich mal kurz in eine andere Welt beamt. Möglichst eine paradiesische Südseeinsel bitte! Mit frisch gepresster Pina Colada von der Bambus-Bar am Strand!
Doch, nachdem ich den Fernseher angemacht hatte:
„ der Corona-Virus fordert jetzt in immer mehr Ländern der Erde Todesopfer …“
Klick
„es ist zu befürchten, dass viele mittelständische Unternehmen Konkurs melden müssen..“
Klick
Eine weinende Oma in Venezuela schaut in die Kamera: „wir verlieren alles, ich muss doch für meine Enkel sorgen…“
Ich seufze …Klick
Ein heruntergekommener Krankenhausflur quillt über mit Patienten in Atemschutz- Masken. Überall liegen sie – selbst auf dem Boden.
KlickAUS.

Schluss damit.
Robbie (Koch) mit seinem Institut und dem Ziel, aus den bloßen Fakten wichtige Informationen zu stricken, wird mir immer sympathischer.
Medien leben nun mal von sensationsgeilem Publikum und der zur Schaustellung von Dramen. Aber derzeit ist es einfach zu viel Drama – das hält auf Dauer die stärkste, isolierte Psyche nicht unbeschadet aus.
Resigniert schaue ich meine Fernbedienung an.  Das war wohl nix mit der Zerstreuung – gerade jetzt wo man sie so gut gebrauchen könnte.
Wie ein Blitzgedanke durchfährt es mich: gab es da nicht mal einen Film dazu? Klaro! Und der hieß auch noch so: Klick! Adam Sandler in der Rolle eines überforderten Familienvaters, der in die Hände einer Zauber-Fernbedienung kommt und damit nicht nur das Fernsehprogramm, sondern auch sein Leben fern steuern kann.

Das wär´s jetzt!
Für´s Erste würde es mir auch schon reichen, mein eigenes Wohlfühlprogramm steuern zu können. Und zwar so auf mich zugeschnitten, dass sich jeder Streamingdienst im Vergleich dazu kleinlaut davonschleichen müsste.
Klick!
Der geplante Urlaub in Island mit den atemberaubenden Landschaften.
Klick!
Ein Kochabend mit Freunden, bei dem wir vor lauter Lachen und den Wein (in unserem Mund)atmen lassen  nicht mehr zum Kochen kommen.
Klick!
Ich bin Tomb Raider und kann endlich mal… (ok, das ist jetzt eine andere Geschichte)
Klick! –  Lieblingsfilm!: mein ultimativer Wohlfühlort
Die Terrasse mit dem Weinreben umrankten Holzdach auf der griechischen Halbinsel. Direkt am türkisblauen, glitzernden Meer. Wenn ich ganz genau hinschaue, kann ich die Brandung hören und den salzigen Wind riechen, ihn auf der Haut spüren. Außerdem streicheln mich überall Sonnenstrahlen. Und ich spüre die Kissen des weichen Sofas und das raue Kitzeln des Sandes unter meinen Füßen. Zack! Geht mir schon besser! Je mehr ich mich da buchstäblich „reinfühle“, desto schneller geht’s. Und das Allerbeste: ich kann mir „dazu-klicken“, wen ich gern dabei haben möchte. Und wieder weg klicken, wenn ich es mir nochmal anders überlege. Super Sache – das geht im echten Leben nämlich schon mal nicht.

Vielleicht bräuchtet Ihr gerade die erweiterte Funktion, mit der Ihr das derzeit wahrscheinlich etwas „schrillere“ Familienleben steuern könnt? Da wäre vermutlich die Stumm-Schalttaste manchmal Gold wert. Oder die „Vorspul-Funktion“ ;-).
Plaudert mal aus der Mama&Papa-Trickkiste.
Wie kriegt man das auch ohne Fernbedienung hin?

Wieder schaue ich die Fernbedienung in meiner Hand an: die Idee, sein eigenes Universum fern bedienen zu können, ist einfach zu gut. Sich raussuchen, welcher Film dran ist, wer außerdem darin mitspielt und vor allem was vor der inneren Kinoleinwand letztendlich gespielt wird. Umschalten können, wann immer mir danach ist!
Fakt ist, dass mir Abenteuerfilme, die auch mal zum Schmunzeln bringen, viel bessere Laune machen als Psycho-Thriller.
Und Fakt ist außerdem, dass die Fernbedienung für die innere Leinwand immer noch ich habe. Und wen oder was ich von außen dazu schalte, das kann ich zwar nicht immer beeinflussen – aber ein Stücken schon, oder?
Und meine innere „Stumm-Schalttaste“ habe ich auch noch. Klappt nicht immer, aber ich übe..

By-the-way: seinen eigenen „Autopiloten“ mal zu hinterfragen, weil wir selbst ja auch meist wie „ferngesteuert“ durch unser Leben rasen, IST eigentlich auch keine schlechte Idee des  Films. Denn, wer kennt es nicht:  „schwups!“ fühlen sich 10 Jahre des eigenen Lebens wie vorgespult an.
Müssen wir mal nachdenken drüber. Nun, da haben wir ja jetzt Zeit dazu 😉

Eure PsychoLotte

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